08.02.2019
Arzt soll mit Drogen gehandelt haben
Abschiebehaftanstalt: Viele Einzelheiten des Falls bleiben aber noch unklar
Von Birger Berbüsse
Büren. Der Arzt der Abschiebehaftanstalt Büren ist wegen „Unregelmäßigkeiten im Medikamentenbestand“ suspendiert worden. Minister Joachim Stamp bestätigte entsprechende Information der NW im Integrationsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags. Auch andere Medien hatten zuvor über den Fall des Arztes berichtet.
Die Staatsanwaltschaft Paderborn erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, ihr liege eine Anzeige der Bezirksregierung Detmold vor. Zu deren Inhalt wolle ein Sprecher aber keine Angaben machen. Auch das Ministerium wollte sich demnach zu den Verfahren nicht äußern, weil diese noch nicht abgeschlossen sein. Dabei verwies es laut dpa auch auf den Datenschutz.
Unbestätigten Berichten der Bild zufolge könnte der Anstaltsarzt mit Drogen gehandelt haben. Er soll in erheblichem Umfang das Opioid Tramadol geordert haben. Dabei handele es sich um ein Schmerzmittel, dass in Westafrika bei großen Teilen der Bevölkerung als Droge genutzt wird. Bei Kontrollen der Bezirksregierung sein die bestellten Tramadol-Mengen aber offenbar nicht in der aufgefunden worden.
Die ärztliche Versorgung in der Einrichtung ist durch zwei Honorarärzte sichergestellt worden, hatte die zuständige Behörde der Bezirksregierung Detmold Anfang der Woche mitgeteilt. Ärzte aus der Umgebung der Einrichtung würden die Versorgung im Wechsel übernehmen.
Das Abschiebegefängnis Büren bei Paderborn ist das größte dieser Art in Deutschland und hat 140 Plätze für Männer, die ausreisepflichtig sind und bei denen Fluchtgefahr besteht. Derzeit sind den Angaben zufolge 131 Personen in der Einrichtung untergebracht.