09.11.2007

Westfälisches Volksblatt: Haftanstalt: Wachmann fristlos entlassen

Kollegin fühlt sich sexuell belästigt - Nach Anzeige Ermittlungen in der JVA Büren

In der JVA Büren sind Abschiebehäftlinge und Strafgefangene untergebracht

Büren (WB/hh). Ein angeblicher sexueller Übergriff sorgt für Aufregung in der Justizvollzugsanstalt Büren (Kreis Paderborn). Die dort tätige private Wach- und Sicherheitsgesellschaft hat einen Wachmann fristlos entlassen. Er wird von einer Kollegin beschuldigt, sie in exhibitionistischer Weise sexuell belästigt zu haben. Nach einer Strafanzeige ermittelt inzwischen auch die Polizei.
In dem Kündigungsschutzprozess vor dem Paderborner Arbeitsgericht drehte der Beschuldigte jedoch den Spieß um. »Die Behauptung stimmt nicht«, erklärte dessen Rechtsanwalt Klemens Wirth aus Paderborn. Die ganze Geschichte sei erlogen. Sein Mandant habe die Kollegin beim Sex mit einem Gefangenen erwischt. Deshalb habe sie die abstruse Geschichte konstruiert, um ihn zu belasten.
Trotzdem hält der Arbeitgeber die fristlose Kündigung des Wachmannes aufrecht. Gegen die Frau wird bislang nicht ermittelt. Unter Hinweis auf das laufende Verfahren wollte sich weder der Geschäftsführer des Sicherheitsdienstes noch JVA-Leiter Volker Strohmeyer äußern.
Die Justizvollzugsanstalt Büren gilt mit 530 Haftplätzen als größtes Abschiebegefängnis Westeuropas. Für die Bewachung sind dort 65 Vollzugsbedienstete und etwa 90 zivile Wachleute zuständig.