27.08.2011

Neue Westfälische

Kundgebung gegen Abschiebehaft

Bürengruppe ruft Dienstag zur Demo auf

Büren. „Solange der Knast in Büren steht, werden wir wiederkommen!“ Unter diesem Motto steht die Demonstration gegen die Abschiebehaftanstalt Büren, die am Dienstag, 30. August, ab 19 Uhr vor der Haftanstalt stattfindet.

Zu der Teilnahme rufen die Bürengruppe Paderborn und das Referat Antifaschismus des Allgemeinen Studierendenausschusses der Universität Paderborn auf.

Seit 1994 steht im Haarener Wald Deutschlands größte Abschiebehaftanstalt. „Jährlich werden von dort über 2.000 Menschen in die ganze Welt abgeschoben. Oft ist die Zukunft der Abgeschobenen ungewiss, nicht selten werden sie ihren Folterern oder Mördern direkt ausgeliefert oder müssen nach der Abschiebung Hunger und Elend erleiden“, erklärte Frank Gockel, Sprecher der Bürengruppe Paderborn. Gockel bemängelt ferner,dass es in Büren noch immer die Isolationszellen gibt, in die Gefangene für kleinste Vergehen eingesperrt werden, die nicht ausreichende medizinische Versorgung und das Handyverbot für Abschiebehäftlinge.

Obwohl Politiker um diese Missstände wüssten, so Gockel, hielten sie noch immer an Abschiebungen und Migrationskontrollen „als Akte staatlicher Gewalt“ fest.

Die Kundgebung wurde bewusst auf das symbolische Datum des 30. August gelegt, denn am 30. August 1999 starb Rachid Sbaai in der JVA Büren in der Arrestzelle, nachdem er dort sein Bett angezündet hatte.