01.09.2008

Der Patriot

Gegen nächtliche Transporte

Demonstration an der Bürener Haftanstalt zum „Aktionstag ohne Abschiebungen“.

Frank Gockel: Jährlich werden 1 500 Häftlinge außer Landes gebracht

BÜREN • Zum bundesweiten „Aktionstag ohne Abschiebungen“ hat in Büren an der Abschiebe-Haftanstalt „Stöckerbusch“ eine Nacht-Demonstration stattgefunden, zu der die „Bürengruppe Paderborn“ und der Verein „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V“ aufgerufen hatten.

Der Protest, so die Demonstranten, richtete sich gegen das System der Migrationskontrolle, gegen die Selektion von Einwanderern und gegen die Brutalität des Abschiebesystems. „Wir fordern in Büren nicht bessere Haftbedingungen für die ca. 300 männlichen Abschiebehäftlinge, sondern die Abschaffung der Abschiebehaft und die Schließung der JVA“, erklärte Frank Gockel als Sprecher der Bürengruppe und machte deutlich, dass von Büren aus jährlich rund 1500 Abschiebehäftlinge außer Landes gebracht würden. Durch die Blockade der Abschiebe-Haftanstalt wolle man den nächtlichen Abtransport von Häftlingen verhindern und sich gleichzeitig mit den Opfern des Abschiebesystems solidarisch zeigen.

Veranstaltet wurde die Demo-Nacht an der JVA Büren unter dem Motto „Gegen Abschiebehaft - denn jeder Mensch hat ein Recht auf Freiheit“, mit Redebeiträgen, Poetry und Musik u.a. mit den Bands „Sinnlos“, „Hevalz“, „Ari und Rott“ und „Sprengsatz“. Die Veranstalter hatten auch an das leibliche Wohl der Demonstranten gedacht. Begleitet wurde die Demonstration von Einsatzkräften der Polizei, die auch das Gelände der JVA mit einer Straßensperre absicherten. • mpr

Mit einer Nacht-Demonstration und einer Blockade der JVA haben in Büren zahlreiche Abschiebehaft-Gegner gegen die Abschiebepolitik in Deutschland protestiert. • Foto: Pape-Rüther